Die Spielbank Berlin arbeitet mit einem völlig anderen Selbstverständnis als die historischen Kurbad-Häuser in Baden-Baden und Wiesbaden. Sie ist jung — die heutige Eröffnungsphase fällt ins Jahr 1998 — urban orientiert, multimodal, betont zeitgemäss. Mit rund 13.500 Quadratmetern Gesamtfläche ist sie zugleich die flächenmässig grösste Spielbank Deutschlands; ihr Ort am Marlene-Dietrich-Platz markiert das kulturelle Zentrum des nach der Wende neu errichteten Potsdamer Platzes.

Was Besucher hier erleben, hat mit Belle-Époque-Inszenierung wenig zu tun. Das Haus arbeitet im Modus eines internationalen Entertainment-Casinos: breites Publikum aus Touristen, Berlinern und Geschäftsreisenden, hohes Tempo, urbane Geräuschkulisse. Wer Berlin besucht und einen Casino-Abend einplant, integriert ihn zwischen Theater, Restaurant und einem späten Drink in Mitte.

Lage im neuen Potsdamer Platz

Nach 1990 wurde der Potsdamer Platz als prestigeträchtiges Stadtreparatur-Projekt komplett neu konzipiert. Den städtebaulichen Rahmen lieferten Heinz Hilmer und Christoph Sattler; die Einzelbauten realisierten unter anderem Renzo Piano (Daimler-Quartier) sowie Hans Kollhoff und Helmut Jahn (Sony Center). In dieses Ensemble fügt sich der Casino-Komplex ein — eingebettet in das frühere Stella Musical Theater, heute Theater am Potsdamer Platz, gemeinsam mit der Spielbank im sogenannten BerlinCasino-Areal.

Innen führt das Konzept vom Lauten weg in eine wärmere, zurückgenommene Atmosphäre: gedämpfte Lichtstimmung, mehrere Ebenen, Materialien in Holz- und Bronzetönen. Neben den klassischen Tischspielen — Roulette, Blackjack, Poker — beanspruchen grosszügige Automatenbereiche, mehrere Bars, Restaurants sowie Lounges einen erheblichen Teil der Fläche. Pokerturniere finden in regelmässigen Abständen statt.

Was am Tisch und am Automaten geboten wird

Im klassischen Bereich stehen französisches und amerikanisches Roulette zur Wahl, dazu Blackjack, Baccarat und mehrere Poker-Varianten. Der Automatenbereich umfasst nach Betreiberangabe deutlich mehr als 300 Geräte — eine Grössenordnung, die in keinem anderen deutschen Haus erreicht wird. Die räumliche Trennung zwischen Tischspiel-Etage und Automatenetage funktioniert dabei dramaturgisch: Wer das Haus betritt, wählt am Empfang seine bevorzugte Atmosphäre, ohne sich zwischen unterschiedlichen Tonarten entscheiden zu müssen.

Sieben Tage in der Woche ist geöffnet, und die Berliner Öffnungszeiten reichen weiter in die Nacht als die der meisten anderen Häuser im Bundesgebiet. Der Automatenbetrieb startet morgens, der Tischbetrieb folgt am Nachmittag. Hintergrund sind landesrechtliche Regelungen Berlins, die einen längeren Spielbetrieb erlauben — eine Eigenheit, die den Standort für Reisende mit Berliner Schlafrhythmus besonders attraktiv macht.

Atmosphäre am Abend

Wer das Haus an einem regulären Donnerstag oder Freitag besucht, trifft eine Mischung aus Hotelgästen umliegender Häuser, Berliner Stammpublikum und durchreisenden Geschäftsleuten an. Die Geräuschkulisse bleibt urban, ohne ins Hektische zu kippen — eine Eigenheit der Innenarchitektur, die mit weichen Materialien und mehrstöckiger Anordnung gezielt die akustische Härte einer Casino-Halle vermeidet. Wer aus der Stille des Kurhauses Baden-Baden kommt, wird den Tonfall hier deutlich vibrierender finden, ohne dass er aufdringlich wäre.

Bars und Lounges innerhalb des Areals sind so platziert, dass Gäste auch ohne Spielinteresse zum kompletten Abendprogramm bleiben können — ein bewusster Kontrast zu den klassischen deutschen Häusern, in denen die Spielsäle architektonisch klar die Hauptbühne bilden.

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Dresscode in Berlin

Berlin handhabt die Garderobe-Regeln deutlich entspannter als die süddeutschen Traditionshäuser — eine konsequente Folge des jüngeren Eröffnungsjahres und der urbaneren Klientel. Im klassischen Bereich wird „smart casual" erwartet; ein Sakko ohne Krawatte reicht für Herren aus. Wer den Automatenbereich aufsucht, kommt mit gepflegter Freizeitkleidung gut zurecht. Sportkleidung, Flip-Flops und ärmellose Oberteile sind generell unerwünscht, am Automaten aber merklich weniger streng kontrolliert als an den klassischen Tischen.

Zugang ab 18 Jahren mit gültigem Lichtbildausweis.

Hotels in unmittelbarer Reichweite

1

The Ritz-Carlton Berlin

Potsdamer Platz 3 · 3 Minuten Gehweg

Adressmässig direkt am Potsdamer Platz und nur wenige Schritte vom Casino-Eingang entfernt. Die Zimmer folgen einer Art-Déco-Linie, Service auf Fairmont-Niveau, die hauseigene „Curtain Club"-Bar zählt zu den bekannteren Stadtadressen. Für Reisende, die das gehobene Segment bevorzugen, fällt die Wahl in dieser Lage am ehesten hierher.

2

Grand Hyatt Berlin

Marlene-Dietrich-Platz 2 · 1 Minute Gehweg

Das Hotel teilt sich den Platz mit der Spielbank — kürzer geht es kaum. Moderne, klar strukturierte Zimmer, ein Rooftop-Pool mit Blick über Sony Center und Tiergarten, die Architektur stammt vom spanischen Architekten Jose Rafael Moneo. Wer kurze Wege schätzt und das Casino in mehreren Etappen aufsuchen möchte, kommt um diese Adresse kaum herum.

3

Scandic Berlin Potsdamer Platz

Gabriele-Tergit-Promenade 19 · 5 Minuten Gehweg

Skandinavisch geprägtes Vier-Sterne-Haus in moderner Architektur, Mittelklasse-Niveau, klare Linien. In einer der teuersten Lagen Berlins liefert das Hotel ein bemerkenswert vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis.

4

Hotel Berlin, Berlin

Lützowplatz 17 · 15 Minuten Gehweg

Ein grosses Bestandshaus aus dem Jahr 1958, mehrfach renoviert, mit charakteristischer Lobby aus der Nachkriegsmoderne. Für preisbewusste Reisende, die eine Übernachtung in der gehobenen Mittelklasse suchen, eine zuverlässige Alternative.

5

Mandala Hotel

Potsdamer Straße 3 · 2 Minuten Gehweg

Ein Suiten-Hotel unmittelbar am Potsdamer Platz mit starkem Business-Profil. Die Zimmer fallen grösser aus als bei den Wettbewerbern in dieser Lage; im Haus arbeitet zudem das Michelin-prämierte Restaurant „Facil" — ein Argument für sich, das den Aufenthalt um eine kulinarische Dimension ergänzt.

Anreise zum Potsdamer Platz

Der gleichnamige Bahnhof bündelt mehrere Zugangswege: Die S-Bahn-Linien S1, S2 und S25 enden direkt am Platz, ebenso die U-Bahn-Linie U2 und die regionalen Zubringer. Vom Berliner Hauptbahnhof sind es lediglich drei S-Bahn-Stationen. Wer am BER landet, fährt mit dem Flughafenexpress (FEX) bis Hauptbahnhof und steigt dort in die S-Bahn — die gesamte Strecke nimmt rund 45 Minuten in Anspruch.

Mit dem Auto fahren Sie das Parkhaus Potsdamer Platz Arkaden direkt unter der Spielbank an, Zufahrt über die Eichhornstrasse. Die Stellplatzkapazitäten reichen auch in den Hauptzeiten meist aus, und die direkte Anbindung ans Casino-Foyer erspart bei Regenwetter den Umweg über die Strasse. Für Hotelgäste der unmittelbaren Nachbarn — Ritz-Carlton, Grand Hyatt, Mandala — entfällt das Parken ohnehin: Sie erreichen den Casino-Eingang trockenen Fusses durch die Foyers und Passagen des Quartiers.

Wofür man Berlin und nicht Baden-Baden wählt

Anders als in Baden-Baden oder Wiesbaden ist der Casino-Abend in Berlin kein dramaturgischer Höhepunkt eines Kurbad-Aufenthalts. Er fügt sich in ein urbanes Programm — zwischen Theater, Dinner, später Bar — und gewinnt seinen Charakter aus genau dieser Einbettung. Das Publikum ist internationaler aufgestellt, das Tempo höher, die Etikette zugänglicher. Für Reisende, die ein modernes Grossstadt-Casino in deutscher Variante erleben möchten, gibt es derzeit keine bessere Adresse im Bundesgebiet.

Was sich rund um den Marlene-Dietrich-Platz lohnt

Wer den Aufenthalt um Programm jenseits des Casinos erweitern will, findet im selben Quartier einige der wichtigsten Berliner Adressen: Berliner Philharmonie und Kammermusiksaal liegen wenige Minuten entfernt im Kulturforum, das Filmhaus mit der Deutschen Kinemathek befindet sich direkt am Platz, das Sony Center mit seinem markanten Kuppeldach grenzt unmittelbar an. Für einen Tag voller Architektur und Kultur reicht ein einziger Quartiers-Spaziergang.

Auch kulinarisch ist die Lage gut versorgt. Vom Sterne-Restaurant „Facil" im Mandala über die Bar „Curtain Club" im Ritz-Carlton bis zu den moderner aufgestellten Lokalen in der Tilla-Durieux-Strasse lässt sich der Abend ohne weitere Strecken durchplanen.

Unser Fazit

Die Spielbank Berlin liest sich als zeitgemässes Pendant zu den traditionsreichen deutschen Häusern. Statt Kurbad-Inszenierung: urbane Dichte. Statt Belle-Époque-Mobiliar: Architektur der Nachwende-Jahre. Statt elitärer Reserviertheit: gemischtes internationales Publikum. Ein Besuch lässt sich mühelos in ein verlängertes Hauptstadt-Wochenende einbauen und gewinnt zusätzliche Tiefe durch die kulturellen Nachbarn — Berliner Philharmonie, Deutsches Historisches Museum, Tiergarten als grünes Pendant zur urbanen Dichte.

Für andere deutsche Häuser empfehlen sich unsere weiteren Berichte: Baden-Baden, Wiesbaden, Hamburg.

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